Wissensmanagement ist ein Thema, das seit Ewigkeiten vor sich hin hyped. Mit recht, denn das Wissen der Mitarbeiter ist in der Informationsgesellschaft, in der wir leben, oft das wichtigste Kapital einer Firma.

Als Lösung (für welches Problem eigentlich?) werden oft Wissensmanagementsysteme genannt, die früher Dokumentenmanagementsysteme genannt wurden, denn das ist genau das, was diese Systeme tun: Sie. Verwalten Dokumente. Es kein Wunder, dass der Erfolg dieser Lösungen sich zusammenfassen läßt mit "Die Erfahrung aus Jahrzehnten Knowledgemanagement ist, dass es nicht funktioniert.

Das Problem, das es zu lösen gilt lautet doch: Wie mache ich Wissen einzelner, das eventuell nicht mal als Wissen wahrgenommen wird, für möglichst viele Mitarbeiter zugänglich? Nur ein Beamter kann wirklich ernsthaft denken, dass aufschreiben eine Lösung ist:

  1. Wenn jemand sich nicht im Klaren darüber ist, dass er wertvolles Wissen besitzt, kann er es auch nicht aufschreiben.
  2. Wenn jemand sich seines Wissens bewusst ist, heißt das noch nicht, dass er in der Lage ist es in brauchbarer Form aufzuschreiben.
  3. Wenn er es aufschreibt, wird es noch lange nicht gefunden.
  4. Wenn es gefunden wird, wird es noch lange nicht gelesen.
  5. Wenn es gelesen wird, wird es vermutlich nicht verstanden.
  6. Wenn es verstanden wird, wird es dann auch umgesetzt?


Wie man leicht erkennt, löst ein Dokumentenmanagement allenfalls ein 6tel der Probleme. Häufig macht es dabei den Schritt 2 so umständlich, dass er nicht stattfindet.

Um das Problem zu lösen empfehle ich einen Blick auf einen Experten, zum Beispiel Kindergartenkinder. Die lernen in Atemberaubender Geschwindigkeit. Dabei haben die überhaupt kein Dokumentenmanagement System. Einige von denen haben nicht einmal einen eigenen Internetzugang! Sie lernen durch beobachten, nachmachen, fragen, ausprobieren und dadurch, dass sie selbst das gerade gelernte anderen erklären und vermitteln. Und in einem guten Kindergarten können die Kinder genau das intensiv tun und werden in ihrem Verhalten noch durch Lob und Anregungen bestärkt.

Und wie sieht es in eurer Firma aus? Können sich die Mitarbeiter auf dem Flur unterhalten? Oder müssen sie ständig darauf achten, dass kein Chef vorbeikommt, während sie sich überlegen, wie sie die 'verlorene Zeit' in die Zeiterfassung eintragen. Haben die Mitarbeiter den Freiraum anderen etwas zu erklären, beizubringen, oder müssen sie sich dafür erst rechtfertigen, oder ein Budget beantragen. Können Mitarbeiter neue Ideen ausprobieren und bei Erfolg auf ein dickes Danke hoffen, oder müssen Sie mit einer Gardinenpredigt rechnen, wenn der Versuch nicht funktioniert, oder werden neue Ideen einfach durch die Trägheit des Systems abgewürgt?

Es reicht nicht zu sagen, dass man Wissen als zentrales Kapital entdeckt hat. Die Mitarbeiter müssen es spüren, dass ihre Erfahrung hoch geschätzt wird, und es sich lohnt Erfahrungen und Wissen zu sammeln und zu teilen. Erst wenn dies erreicht ist, lohnt es sich über Medien nachzudenken, über die Wissen gesammelt, verwaltet und verteilt werden kann. Dokumente, eventuell als Wiki sind da sicherlich immer noch der Klassiker. Aber es gibt noch viele andere sehr einfache Wege, zum Beispiel:


Knowledgemanagement ist Management. Und eine der wichtigsten Fähigkeiten im Management ist es ein geeignetes Umfeld zu schaffen und dann nicht im Weg zu stehen, wenn Dinge in Bewegung kommen. Das macht allen mehr Spass und die Ergebnisse sind auch besser, als wenn versucht wird alles zu kontrollieren