"Wie jeder weiß ..." ist ein sicheres Zeichen dafür, das der Sprecher es selbst nicht weiß, oder zumindest nicht belegen kann. Wenn ihr eine Meinung verbreiten möchtet, ohne Rücksicht darauf ob sie der Realität entspricht, lasst die Floskel weg und stellt die Behauptung so in den Raum, wie sie ist. Viele Hörer oder Leser werden es ungefragt hinnehmen.

Aber es soll ja Gelegenheiten geben, bei denen man harte Fakten haben möchte. Oder zumindest etwas was diesen Nahe kommt. Da ich es mir nicht leisten kann für meine Fragestellungen eine repräsentative Umfrage zu starten bin ich immer auf der Suche nach Quellen für halbwegs brauchbare Zahlen. Meine älteste Quelle dafür war das Statistische Bundesamt. Hier findet man qualitativ hochwertige Zahlen, aber leider nur für recht eingeschränkte Themenbereiche. Dann entdeckte ich Google Trends. Hier kann man die Häufigkeit von beliebigen Suchen miteinander vergleichen, inklusive dem zeitlichen Verlauf, und Aufschlüsselung nach Regionen und einer Querverlinkung zu relevanten News. Problem: Die Häufigkeit von Suche und die Relevanz kann, muss aber nicht korrelieren. Nach völlig obskure Begriffen wird gesucht, wenn sie an den passenden Stellen in den Medien erwähnt werden. Außerdem sind etwas speziellere Begriffe oft schon zu speziell und werden in Google Trends nicht mehr angezeigt.

Aussagekräftiger sind Job Angebote. Wer für ein bestimmtes Thema einen Job anbietet, ist bereit darin Geld zu investieren. Ein viel stärkeres Indiz für Relevanz, als die Suche im Internet. Genau dies bietet indeed an. Damit ist dies das bisher beste Mittel um schnell und einfach an halbwegs belastbare Zahlen zu kommen. Und für die Freunde der Statistik(ver)fälschung noch ein paar Tipps: Indeed listet die Häufigkeit von Jobangeboten auf der speziellen Platform. Nicht jeder Job wird im Internet angeboten und nicht alle Jobs sind gleich bezahlt. Man kann also auch mit diesem Tool völlig Sinn freie Statistiken produzieren.